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Lungenkrebs, Bronchialkarzinom, Lungenkarzinom

In über 90 Prozent der Fälle sind Geschwülste der Lunge bösartig. Lungenkrebs, auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom genannt, kann in allen Abschnitten der Lunge entstehen. Mehr als die Hälfte der Tumoren entwickeln sich in den oberen Teilen der Lungenflügel. Das hängt damit zusammen, dass diese Lungenbereiche bei der Atmung stärker belüftet werden und somit auch schädigenden Substanzen in stärkerem Maße ausgesetzt sind.

Die Mehrzahl der Lungentumoren entwickelt sich aus den Zellen der Schleimhaut, die die Bronchien auskleidet. Die Entartung der Schleimhautzellen ist ein schrittweiser Prozess. Häufig treten in einer frühen Phase der Krebsentwicklung Veränderungen in der Schleimhaut auf, die als Krebsvorboten erkannt werden können.

Es gibt verschiedene Arten von Lungenkarzinomen. Besonders bösartig ist das so genannte kleinzellige Lungenkarzinom, das sehr schnell wächst und sich schnell im Körper ausbreitet. Die nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome – dazu gehören das so genannte Plattenepithelkarzinom, das Adenokarzinom und das großzellige Karzinom – wachsen langsamer und haben deshalb insgesamt eine bessere Prognose. Mehr als 80% aller Lungenkarzinome sind nicht-kleinzellige Lungenkarzinome, kleinzellige Lungenkarzinome treten in weniger als 20% der Fälle auf. Um welche Art von Tumor es sich handelt, lässt sich nur durch die mikroskopische (feingewebliche) Untersuchung des Krebsgewebes feststellen.

Häufigkeit

Lungenkrebs gehört in der Bundesrepublik Deutschland zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Im Jahr 2008 erkrankten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts ca. 34.000 Männer und 15.600 Frauen an dieser Krebsart. Während die Neuerkrankungsrate bei Männern seit Ende der 1980er Jahre langsam zurückgeht, steigt sie bei Frauen kontinuierlich an. Sowohl unter Männern als auch unter Frauen ist Lungenkrebs die dritthäufigste bösartige Tumorerkrankung.

Lungenkrebs tritt überwiegend ab dem 40. Lebensjahr auf. Die meisten Patienten sind 69 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der an Lungenkrebs Erkrankten liegt bei Mitte 60. Das Erkrankungsrisiko nimmt mit dem Alter zu und steht außerdem in direktem Zusammenhang mit dem Tabakkonsum.

Lungenkrebs ist selten heilbar. Im Jahr 2006 verstarben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 40.771 Patienten an einem Bronchialkarzinom, darunter 28.898 Männer und 11.873 Frauen. Lungenkrebs stellt damit bei Männern die häufigste, bei Frauen die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache dar. Die Zahl der Todesfälle nimmt bei Frauen, bedingt durch die veränderten Rauchgewohnheiten, weiter zu, während sie bei Männern leicht zurückgeht.

Diese Zahlen zeigen: Es ist notwendig, alles im Bereich des Möglichen zu tun, der Entstehung von Lungenkrebs vorzubeugen! Da die überwiegende Mehrheit der Lungenkrebserkrankungen durch Rauchen ausgelöst wird, ist die beste Vorbeugung, das Rauchen aufzugeben oder erst gar nicht damit anzufangen.


(red)


Quellen:
[1] Goeckenjan G. et al. Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie, in: Pneumologie 2010; Bd. 64 (Suppl. 2): S 23-155.
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012




Fachliche Beratung
Dr. Karl Matthias Deppermann
1. Medizinische Klinik, Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin
HELIOS Klinikum Erfurt 


Aktualisiert am: 12.03.12 - 13:09



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